Warum du bei Fleiß immer draufzahlst

Hey Liebes,

ist es dir auch schon mal aufgefallen, das fleißig sein gar nicht so lecker klingt, wie es uns als kleinen Mädchen beigebracht wird?

Vielleicht erinnerst du dich auch daran, wie sehr du gelobt wurdest, weil du zusammen mit Mama den Kuchen gebacken hast, wie schön du den ganzen Berg von Wäsche weggebügelt hast oder wie fleißig du für die Schule lernst und immer schön gute Noten mit nach Hause bringst...

Aber rückblickend, ist der Geschmack da dann doch schon irgendwie eigenartig. Vorallem, weil ich zumindest immer meinen jüngeren Bruder als Vergleich hatte - der weder gebacken, noch gebügelt, geschweige denn Hausaufgaben gemacht oder gute Noten mit nach Hause gebracht hat.

Ich fand das ehrlich gesagt schon als Kind irgendwie eigenartig. Und nein, das soll jetzt nicht so zwingend ein Frauending werden, ich kenne auch viele fleißige Männer, die als Kinder gebügelt, in der Garage geholfen und so einige die fleißig die Schulbank gedrückt haben. 😘

Finde das Plot Hole fleißiges Kaninchen

Womöglich geht es dir ähnlich wir mir, wenn du dir diese Muster, die dir als Kind gerade mit Blick auf deinen Fleiß so mitgegeben werden, an schaust. Besonders wenn du Geschwister hast, bei denen so deutlich nach anderen Masstäben gehandelt und beurteilt wurde.

Schau da ruhig einmal genauer hin, Liebes. Finde das Plot Hole. 🖖😉 Die Suche lohnt sich nämlich.

Und lass uns mal wirklich, wirklich ehrlich sein - und lass und mal die Fun Fact cheken, über die niemand spricht, weil sie halt nicht in das Bild von dir passen und in deine Porfessionalität und in deine Seriosität. Denn kaum irgendwo liegt mehr Wahrheit und Lebensfreude begraben als in jenen Tatsachen, die sich nicht besprochen oder gedacht gehören, weil sie vermeintlich irrelevant sind. Spoiler: Sie sind es nicht.

Fun-Fact Check zum Thema Fleißig sein

Jetzt nimm dir am besten mal einen Moment und schau's dir nochmal an. Das Bild, das du von damals hast. Warst du wirklich so fleißig? Wirklich? Dein Voller ernst? 🤠

Wenn ich auf meinen Fun-Fact Check gucke ...

Hatte ich gute Noten? - Ja. Aber nicht weil ich fleißig war. Ich war und bin Intelligent und habe sehr viel im Unterricht aufgeschnappt. Warum alle dachten ich wäre fleißig: Ich war eine Einzelgängerin und bin auch heute immer noch gern alleine. Tja, und da es nicht's besseres zu tun gab, hab ich halt die Hausaufgaben gemacht und parallel immer den Fernseher laufen gehabt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, verbrachte ich sehr viel mehr Zeit vor der Matschscheibe und am Super Nintendo, Game Boy und an der Play Station als meine Eltern heute vielleicht gerne geglaubt hätten.

Wie war das mit dem Backen und dem Bügeln: Ja, für das Backen gab es Anerkennung und ich hatte tatsächlich Spaß daran. (Mein russischer Zupfkuchen ist legendär, genauso wie das unverzichtbare Weihnachtsgebäck nach Omas Rezept.) So, aber das mit dem Bügeln. Das hab ich gemacht, weil ich sollte - vor allem später als Teenager - und weil mir langweilig war. Und ja, auch da lief parallel immer irgendwo der Fernseher.

Kurz: Vieles von dem, was mir als "fleißig" oder gar "fleißiges Bienchen" attestiert wurde, ist für mich heute eine Möglichkeit zum Umgang mit Langeweile. Gerade als Kind oder Jugendliche, wo eigentlich Neugier und Abenteuerdrang hoch im Kurs stehen sollten. Aber irgendwie gab es diese Option für mich nicht. Auch weil alle meine Freundinnen Kilometerweit entfernt um die Kleinstadt, in der ich wohnte, verteilt waren und wir immer einen elterlichen Transport und offizielle Absprachen brauchten, damit die eine, die andere besuchen konnte.

Was dir niemand über Fleiß sagt

Wie sieht es nun bei dir aus, Sonnenschein, wo du meine Beispiele mal eben so überfliegen durftest. Kommen dir solche Momente bekannt vor? Fleißig sein als Gewohnheit, weil's halt die beste Alternative war - zum Nichtstun? Und weil du ehrgeizig bist?

Weißt du, es gibt da etwas, das dir niemand über Fleiß erzählt, wenn er dich dafür lobt. Und trotzdem weißt du es unbewusst doch schon. Denn niemand hat wirklich bock darauf fleißig zu sein und fleißige Dinge zu tun. Bestimmt kennst du diesen Begriff "Fleißarbeit" - der immer von der jeweiligen Person, die diese zuerledigen hat mit einem resignierten Seufzen begleitet wird.

Fleiß ist nur bei anderen hübsch.

Aber er ist niemals eine Tugend, wenn er an dir selber kleben bleibt. Und ja ich weiß, in der Schule sahen und sehen das die Leher anders - und viele Eltern in deutschen Familien.

Andererseits ... Woran erkennt man eine Gewohnheit? Du tust immer das Gleiche und hinterfragst es nicht. Und wenn dieses "Immer das Gleiche Tun" zur Norm [oder Obsession] wird, bewegen wir uns auch mal eben ganz fix in Richtung krankhaftes Suchtverhalten. Manche als Workaholic. Manche als wandelnde Kontrollkästchen. Manche als Burnout-Hipster. Manche als Superheldin. Manche als diese "Ich hab doch keine Zeit"-Kaninchen, wie du sie aus Alice im Wunderland kennst.

Alle sind wir zu einer gewohnten Fleißigkeit erzogen. Und ja, ich auch. Wie sonst hätte ich es geschafft Ende 2020 bis Anfang 2021 über mehrere Monate 9 Mal in der Woche auf Instagram Live zu gehen, meinen Podcast sowie YouTube zu bespielen und nebenher noch Posting-Content für Social Media zu produzieren. Damals noch neben einem Angestelltenjob und meiner Schriftstellerei natürlich. Schön, die neue Staffel von The Crown und Co. habe ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen. Aber ja, ich weiß wie sich dieses Fleißigkeitssyndrom anfühlt - und ich erwische mich auch heute immer noch mal wieder dabei, wie dieses Muster nach vorne tritt, obwohl der Fleiß nie wirklich die Lösung ist. Kein blinder Aktionismus. Keine To-Do-Listen. Kein Content-Plan.

Hier noch ein kleiner Fun Fact - falls du es nicht ohnehin schon mitbekommen hast. Ich habe mich vor gut einem Monat von Social Media und auch von meinem Podcast zurück gezogen. Diesmal sogar ohne Ankündigung - obwohl ich dafür fleißiger Weise sogar schon ein Posting oder ein Mailing vorbereitet hatte. Aber - wie du siehst - bisher ist es nicht online und du hast trotzdem den Weg zu diesen Zeilen gefunden und bis hier unten hingelesen.

War es nun fleißig oder Fleißarbeit, diese Zeilen hier in diesem nur zwei paar Tage alten Blog nieder zu schreiben? - Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, für die es das wäre. Und es war auch eine lange Zeit für mich genau das gewesen. Aber heute. Nein. Keine Fleißarbeit. Ganz und gar nicht. Und ich vermute, du ließt das auch - zwischen den Zeilen. 😉✨

Was es statt Fleiß braucht

Was unterscheitet "produktiv sein" nun von "tun im fleißigen Sinne"?

Ich sage es mal so. Produktivität ist keine alternative zur Langeweile. Produktiv zu arbeiten bedeutet, dass du entspannt und bei dir bist. Sinn in deinem Tun erkennst und mindestens ein bisschen verliebt bist in das, was gerade entsteht. Wenn du beobachstest, wie es mit jedem Wort, mit jeder Zeile, mit jedem Absatz komplexer wird, gedeiht und ein eigenleben und ein bisschen Seele entwickelt. Etwas das für sich steht. Etwas von dem du weißt, dass es fertig ist, wenn es fertig ist. Ohne Perfektionismus. Ohne Projektplan. Ohne Priorisierung.

Ja, wenn ich genauer darüber nachdenke, hat es schon etwas Göttliches. Aber auch kein Wunder. Weil es von dir kommt. Ungefiltert. Schnell. Brilliant. Jetzt.

Und ja, genau so ist auch dieser Artikel hier entstanden. Meine letzten Kurse, die ich für Udemy aufgezeichnet habe. Meine Workshops und Vorträge, die ich gebe.

Mag sein, dass das für andere nach außen hin "fleißig" erscheint. Aber ich weiß es besser. Genau so wie du es für dich weißt, meine Liebe, wann du aus Fleiß etwas abarbeitest oder wenn du erlich in deinem Flow bist und z.B. so etwas wie diesen Blogartikel in etwas mehr als einer Stunde aus den Fingerspitzen zauberst.

In diesem Sinne, Sonnenschein: Wenn du tiefer eintauchen möchtest. Meine Tür steht immer für dich offen. Sprich: Mein Mentoring "Abundance of Time" - jetzt noch klarer. 6 Wochen. 6 Calls. Via Zoom. Je den Dienstag um 11 Uhr. Live mit mir. Für bis zu 2 Stunden, wenn du magst.

Bis dahin & liebe Grüße
Deine Platti

Platti Lorenz
Platti Lorenz
Moin! Ich bin Platti, Mentorin für disruptive Mindset und leichte Produktivität. Ich begleite selbständige Frauen dabei, ihr Leben als High Productive Chillpreneurin zu entdecken, indem sie weniger tun und einfach mehr Zeit haben, für alles, was ihnen warhaftig wichtig ist. Außerdem bin ich Fantasy- und Science Fiction-Schriftstellerin mit eigenem Indie-Verlag, Nerd & Kino-Junkie durch und durch, Podcasterin, Bloggerin, Cultural Creative und mentale Astronautin.

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(FunFact: Produktiv chillen geht am besten ohne Social Media. So just follow me by mail, Dear. ^.~ Your worth it.)

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